Was bedeutet dieses "transzendentale Psychologie" im Namen der Zeitschrift?


Immanuel Kant hat den alten philosophischen Begriff der Transzendentalien (das sind abstrakte, die Grundkategorien des Seins bezeichnende Begriffe) adjektivisch zu einem Grundbegriff seiner Philosophie gemacht und damit für die nachfolgenden Generationen so prägend gewirkt, dass es nicht mehr möglich scheint, das Adjektiv "transzendental" zu verwenden, ohne dass damit die Kantsche Verwendung (ein Begriff ist transzendental, wenn er nicht über die Erfahrung hinaus geht, sondern zwar vor ihr liegt, aber dazu bestimmt ist, Erfahrungserkenntnis möglich zu machen) assoziiert wird.


Hier aber widersetzen wir uns dem Kantschen Diktat und verwenden den Begriff in einer gewissermaßen ursprünglicheren Weise. Transzendental ist das auf die Tranzendenz Verweisende, während transzendent von der Transzendenz selbst spricht. Eine Psychologie kann demnach transzendental sein, wenn sie die spirituelle Erfahrung als die Wiederspiegelung von Transzendenz in der Psyche begreift, den Transzendenzbezug des Individuums untersucht. Wäre sie hingegen "transzendent", so wäre sie Metaphysik und demnach - ganz im Sinne Kants - nicht zu wahren Aussagen fähig.


Weshalb aber diese Psychologie eine "transzendentale" und nicht eine "transpersonale" nennen? Transpersonale Psychologie kann vieles heißen, kennt viele Strömungen und Schulen. Transzendentale Psychologie aber soll sich der eben gegebenen Definition gemäß immer auf die Annahme der Wirklichkeit und Wirksamkeit einer transzendenten Instanz oder eines "Wirklichkeitsraumes" jenseits der materiellen Bedingtheit beziehen. Transzendentale Psychologie ist die Psychologie der sprituellen Erfahrung vor dem Hintergrund der Annahme von Transzendenz, unter der Prämisse des Transzendenzaxioms ("Es gibt eine nicht-materielle Wirklichkeit und sie ist für die Erklärung unseres Erlebens und Verhaltens relevant").



»  Die Zeitschrift für Spiritualität und Transzendentale Psychologie (ZSTP) versteht sich als Publikationsorgan für Studien und essayistische Beiträge zu den Themen Spiritualität und Mystik.
»  Spiritualität wird als die innere Dimension aller religiösen Traditionen gesehen. ZSTP fördert deshalb eine interreligiöse oder transreligiöse Perspektive.
»  ZSTP fokussiert auf die individuelle spirituelle Erfahrung, wie sie in einer Transzendentalen Psychologie reflektiert und erforscht wird.
»  ZSTP veröffentlicht ausschließlich Originalbeiträge auf hohem Niveau.
»  ZSTP beschäftigt sich mit
  • Fragen des Verhältnisses der einzelnen spirituellen Traditionen zueinander und zu den Wissenschaften und Kulturen;
  • Fragen bezüglich des Verhältnisses dieser spirituellen Traditionen zum einzelnen Menschen und seiner individuellen spirituellen Erfahrungsdimension;
  • Fragen bezüglich der Bedeutung der transzendentalen Erfahrungsdimension für Individuum und Gesellschaft in der heutigen Zeit und des Nachweises dieser Bedeutung;
  • sowie alle mit der Geschichte und Gegenwart der Spiritualität verknüpften Fragen von intellektuellem und praktischem Interesse.
»  ZSTP fordert von ihren Autorinnen und Autoren eine Haltung, die sich von üblichen Publikationen auf akademischen Niveau durch das Bekenntnis zum Transzendenzaxiom unterscheidet, worunter wir verstehen, dass die Existenz und Relevanz von spiritueller Transzendenz anerkannt wird.
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